Geflüchtete mit BehinderungenGeflüchtete mit Behinderungen

Bedarfserhebung

Sowohl aus der UN-Behindertenrechtskonvention als auch der EU-Aufnahmerichtlinie ist Deutschland verpflichtet, behinderten Menschen mit Fluchterfahrung Teilhabe und medizinische Versorgung zu gewährleisten.
Wohlfahrtsverbände und weitere Organisationen, die sich für Geflüchtete und Menschen mit Behinderungen einsetzen, weisen kontinuierlich darauf hin, dass die Bedarfe dieser Zielgruppe nicht oder nur unzureichend systematisch identifiziert werden und daraus folgend Versorgungslücken entstehen können.
Für eine effektive und angemessene Infrastruktur fehlen bisher verlässliche Daten über die Anzahl und konkreten Bedarfe dieser Menschen. Bisherige Erhebungen geben dazu zwar einige Anhaltspunkte, jedoch ist die Datengrundlage noch gering und Geflüchtete selbst wurden hier kaum involviert.
Das Projekt Bedarfserhebung für Geflüchtete mit Behinderungen trägt dazu bei, dass Geflüchtete mit Behinderungen menschenwürdig leben können und an der Gesellschaft teilhaben.
Es schafft eine Grundlage zur Gestaltung bedarfsgerechter Angebote aufgrund einer evidenzbasierten Datenlage.
Bei der Konzeption und Durchführung der Erhebung werden entsprechend des Community Engagement and Accountablity-Ansatzes (CEA) vom IFRC relevante Akteur*innen, insbesondere Geflüchtete mit Behinderungen selbst, einbezogen.

Die Bedarfserhebung ist ein Kooperationsprojekt der DRK Landesverbände aus Schleswig-Holstein, Brandenburg und Westfalen-Lippe und wird vom DRK Generalsekretariat in Berlin koordiniert. Eine Partnerschaft mit Handicap International trägt durch ein breites Know-How der Organisation zum Gelingen des Projekts bei.

Ungesehen?! Geflüchtete Menschen mit Behinderungen in Deutschland: Ergebnisse der Bedarfserhebung

Den vollständigen Abschlussbericht, der im Rahmen eines Projekts zur Bedarfserhebung von geflüchteten Menschen mit Behinderungen in Deutschland erstellt worden ist, gibt es hier zum Lesen und als pdf-Download. Vorgestellt werden die wichtigsten Ergebnisse, die aus über 50 Interviews mit Geflüchteten mit Behinderungen, deren Familienangehörigen, Mitarbeitenden aus verschiedenen Unterbringungseinrichtungen und Beratungsstellen in drei Bundesländern (Brandenburg, Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen) gewonnen worden sind.