Bilder-Chronik

Bilder sagen mehr als tausend Worte – mit weit mehr als 200 interessanten, spannenden und bewegenden Bildern und abertausenden von Worten erzählen wir Geschichten aus 80 Jahren DRK in Schleswig-Holstein, die unterschiedlicher nicht sein könnten.

Vorstellung der Chronik

Am 14. November 2025 stellte Anette Langner (Vorstandssprecherin des DRK-Landesverbandes von 2017-2025) die Bilder-Chronik auf der DRK-Landesversammlung in Neumünster vor. Kurz darauf wurden Exemplare an die 14 DRK-Kreisverbände und 372 DRK-Ortsvereine verschickt.

Das steckt drin

Manch eine*r mag sich wundern: “80 Jahre? Das Rote Kreuz ist doch schon mehr als doppelt so alt.” – völlig richtig! Diese Chronik beschränkt sich auf die Nachkriegszeit und beginnt mit der Neugründung des DRK-Landesverbandes im Jahre 1945.

Eine Übersicht

Von der Neugründung in der Nachkriegszeit und der Gründung des DRK-Suchdienstes, von den zahlreichen Einrichtungen und dem Blutspendedienst über das Engagement der Gemeinschaften und schweren Naturkatastrophen bis heute – alle Geschichten haben eines gemeinsam: das von Menschlichkeit und Haltung geprägte Engagement unserer Helferinnen und Helfer in der Not zu helfen.

Die 1940er Jahre

Schwarz-weiß-Porträt eines älteren Herrn (F. Klose) im Anzug.© Haendler-Krah, Kiel
Professor Dr. Franz Klose

Der Beginn – 1945

Am 21. November 1945 untersagt die britische Besatzung den Zusammenschluss der Rotkreuzvereine. Für Franz Klose gehört dieser Abend zu den trübsten seines Lebens, zumal sein Einspruch brüsk zurückgewiesen wird. Dennoch setzt er seine DRK-Arbeit fort, da die Not der Flüchtlinge und der Mangel an Hilfsorganisationen dies erfordern. Trotz Widerstands beruft er am 5. Dezember 1945 die DRK-Kreisverbände zur Gründung eines Landesverbandes Schleswig-Holstein ein. Die Besatzungsbehörde stimmt schließlich zu. Bis 1947 führt Theodor Steltzer den Vorsitz, während Klose Vizepräsident ist. Am 9. September 1947 erfolgt in Rendsburg die formelle Neugründung; Max Emcke wird Präsident, Klose sein Stellvertreter.

Suchdienst

Etwa 10,5 Millionen Soldaten befinden sich nach dem Zweiten Weltkrieg in Kriegsgefangenschaft, zwei Millionen Wehrmachtsangehörige gelten als vermisst und 900.000 Zivilisten als verschleppt. Insgesamt 300.000 Kinder sind von ihren Eltern getrennt. Unter der Leitung des Leutnants und Mathematikers Dr. Kurt Wagner nimmt der Suchdienst am 6. Mai 1945 in der alten Luftschutzschule in Flensburg am Nordergraben seine Arbeit auf.

Allein in Schleswig-Holstein nehmen die 560 haupt- und 1850 ehrenamtlichen Beschäftigten des DRK-Suchdienstes insgesamt 500.000 Suchanträge allein im Jahr der Kapitulation auf. In diesem Jahr werden Zehntausende verwundeter deutscher Soldaten in mehr als 500 Orts- und Hilfslazaretten und Krankenhäusern medizinisch versorgt. 

Geflüchtete und Vertriebene aus den Ostgebieten

Mehr als 1,3 Millionen Flüchtlinge und Vertriebene kommen bis zum Jahr 1947 aus den Ostgebieten über Straßen, Meer und Schiene auf der Suche nach Schutz und einer Heimat nach Schleswig-Holstein. So entstehen allein in Schleswig-Holstein bis 1950 insgesamt 728 Aufnahmeeinrichtungen in Baracken und als sogenannte Nissenhütten (halbrunde, tonnenförmige Wellblech-Konstruktionen) für 128.000 Geflüchtete.

Nachkriegsfürsorge, Lebensmittel- und Sachspenden

Hilfe aus dem Ausland in Form von Lebensmittel- und Sachspenden erreicht Schleswig-Holstein unmittelbar nach Kriegsende. Verschiedenste Organisationen aus den USA, Norwegen und Schweden, sowie die Regierungen von Groß Britannien, der Türkei, der USA und Groß Britannien, aber auch die nationalen Rotkreuzgesellschaften von Australien, Canada, Dänemark, Irland, Italien, Neuseeland, Niederlande Schweden, Schweiz und USA versorgen Nachkriegsdeutschland mit zum Überleben notwendigen Hilfssendungen. 

An 210 Koch- und mehr als 450 Ausgabestellen im Land sorgen 1.050 Rotkreuzlerinnen und Rotkreuzler Tag um Tag im ganzen Land dafür, dass 43.400 Kinder im Alter zwischen 3 und 6 Jahren eine warme Mahlzeit erhalten. Dank der unermüdlichen Arbeit weiterer 270 DRK-Angehöriger können darüber hinaus zusätzlich 40.000 Menschen in 62 Volks- und Bahnhofsküchen in Schleswig-Holstein täglich gespeist werden. Diese Versorgung ermöglichen vor allem Nahrungsmittelspenden aus dem Ausland. Zur Förderung der Gesundheit von Mutter und Kind verteilt das DRK Vitaminpräparate an Schwangere. 

Bereitschaften

1949/50 gründen sich landesweit die Bereitschaften. Diese sind nach Geschlechtern getrennt. In den siebziger Jahren wird diese Teilung aufgehoben. Bis zur ihrer Genese zur eigenständigen Gemeinschaft im Jahr 2000 ist auch die Wasserwacht ein Fachdienst der Bereitschaften. Neben den ursprünglichen Aufgaben der Bereitschaften — die Hilfeleistung für Verletzte und Verwundete — ergänzen das Portfolio im Laufe der Jahre unter anderem die Breitenausbildung (z.B. Erste Hilfe), der Sanitätsdienst bei Veranstaltungen sowie die Hilfe bei Unfällen und Großschadenslagen, bei rettungsdienstlichen Einsätzen und im Katastrophenfall.

Unverzichtbare Hilfe leisten die Aktiven der Bereitschaften sowohl in Schleswig-Holstein als auch bundesweit im Betreuungsdienst — also etwa der Verpflegung — unter anderem bei der Sturmflut 1962, der Schneekatastrophe 1978/79 oder den diversen Hochwasserlagen wie 1976 an der Nordsee, 2012 an der Elbe und 2021 im Ahrtal.

Wasserwacht

Im Jahr 1947 darf Lübeck voller Stolz die erste Wasserwacht in Schleswig-Holstein präsentieren. Obwohl schnell weitere Kreise und Städte dem Beispiel Lübecks folgen, wie 1948 Mölln im Herzogtum Lauenburg, erhält das Deutsche Rote Kreuz in Berlin offiziell erst 1950 die Erlaubnis der Besatzungsmächte zum Wiederaufbau seiner Wasserwehr. 

Heute sind in Schleswig-Holstein etwa 1.000 Wasserwachtler und Wasserwachtlerinnen ehrenamtlich aktiv. Mehr von unserer Wasserwacht gibt es hier: Wasserwacht - Landesverband Schleswig-Holstein e.V.

Jugendrotkreuz

Auch in Sachen Nachwuchsförderung ist das DRK in Schleswig-Holstein seiner Zeit voraus. Wieder ist es das DRK in Lübeck, das im Jahre 1947 gewissermaßen Pionierarbeit mit der ersten JRK-Gruppe leistet. Der Dienst an der Gesundheit, am Nächsten und an der Völkerverständigung sind der Kern der JRK-Arbeit. Im Laufe der Jahre entwickelt sich eine zunehmend außerschulische Programmatik, die auch Jugendliche nach ihrer Schulzeit thematisch abholt. In den 1950er Jahren entwickelt sich außerdem eine bis weit in die 1980er hinein sehr beliebte Tradition unter den Heranwachsenden: das JRK-Ferienlager in den Sommermonaten, zunächst in Lindhöft, dann in Aschau. 

Wie seine Mitglieder wird auch das JRK im Laufe der Jahre erwachsen und wächst so als Stimme von Kindern und Jugendlichen zu einem autarken Jugendverband innerhalb des DRK mit eigenen Strukturen und einer entsprechenden Satzung heran. Seit 1971 ist das Jugendrotkreuz eine der vier Gemeinschaften des Deutschen Roten Kreuzes Schleswig-Holstein.

Die 50er Jahre

DRK-Mütterkurheim in Plön

Eine Einrichtung, allein zur Erholung der Mütter und ihrer Kinder, ruft das DRK in Schleswig-Holstein 1950 mit der Anmietung einer Liegenschaft am Behler See in der Holsteinischen Schweiz bei Plön ins Leben. 1955 weiht unter anderem der damalige Bundespräsident Theodor Heuss das neue — nach seiner verstorbenen Ehefrau benannte — DRK-Mütterkurheim in der Plöner Rautenbergstraße ein. Elly Heuss-Knapp hatte sich 1950 für die Gründung des Müttergenesungswerkes eingesetzt, das die Erholung von durch Krieg und Wiederaufbau ausgezehrten Müttern programmatisch in speziell dafür konzipierten Einrichtungen in den Fokus rückt.

Mütterwohnstätte am Blocksberg in Kiel

Die 1953 eröffnete Mütterwohnstätte für Kriegerwitwen am Blocksberg in Kiel ist die erste ihrer Art in der Bundesrepublik. Sie ist die Antwort auf die zahlreichen Männer, die nach dem Krieg nicht zu ihren Familien zurückkehren konnten und bietet alleinstehenden berufstätigen Müttern und ihren Kindern nicht nur ein Dach über dem Kopf. Die Wohngemeinschaft ist ein Ort des Schutzes und des Verständnisses, da die Mütter und Kinder hier auf Gleichgesinnte mit ähnlichen Schicksalen treffen. In dem neuen Gebäudekomplex an der Brunswiker Straße entsteht neben dem angeschlossenen Kindergarten auch die Dienststelle des DRK-Landesverbandes. 

Im Laufe der Jahre teilt sich der Wohnraum auf in 14 Mütterwohnungen, 32 Schwesternwohnungen sowie 80 Kindergartenplätze. Die DRK-Kita Blocksberg existiert bis heute und bietet Kindern zwischen einem und sechs Jahren eine Ganztagsbetreuung im Herzen Kiels. 

Nordsee-Kuranstalt Goldene Schlüssel

Zwei goldene Schlüssel prangen auf dem Wappen von Ankt-Peter Ording. So trägt auch die 1913 hier eröffnete Nordsee-Kurantalt den passenden Namen “Goldene Schlüssel”. Diese übernimmt 1956 das DRK-Landesverband. In den 1950er bis 1970er Jahren wird das Haus mehrfach baulich erweitert und therapiebegleitenden Installationen ausgestattet: ein eigens gebohrter Brunnen liefert ab 1958 beispielsweise Meerwassersole für Bäderanwendungen. Auch Wannenbäder, Bewegungsbad, Inhalatorium, Bestahlungs-, Massage-, Sport- und Gymnastikräume sowie eine Saunaanlage in den Dünen gehört zu den Therapieangeboten.

DRK-Müttergenesungsheim in Dahme

Müttergenesung inklusive Hotelkomfort — das ermöglicht ab 1957 das „DRK-Müttergenesungsheim Ostseebad Dahme“. Denn das einstige „Ostseehotel“ inmitten des Ostsee-Badeortes dient nun circa 50 erholungssuchenden Müttern zur „körperlichen und seelischen Grunderholung, die als echte und entscheidende Hilfe bei der Härte des Lebenskampfes unserer Zeit Voraussetzung ist“ (aus: Mitteilungsblatt des DRK Schleswig-Holstein, Ausg. Juni 1957).

Das Kurheim für Mütter ist auf Vorsorge- und Rehabilitationsmaßnahmen, insbesondere die Stärkung der Gesundheit und die Bewältigung von Belastungssituationen, spezialisiert. 1997 muss das DRK-Müttergenesungsheim in Dahme schließen. Auf dem Grundstück baut der DRK-Landesverband 2004 eine Seniorenwohnanlage für Betreutes Wohnen.

Wilhelm-Augusta- Krankenhaus Ratzeburg

Das Wilhelm-Augusta-Krankenhaus (Namenspaten Kaiser Wilhelm I. und Ehefrau Augusta) wird bereits 1879 durch den Vaterländischen Frauenverein des DRK in der Ratzeburger Fischerstraße errichtet. 1913 vergrößert sich Ratzeburgs bis dato einziges Krankenhaus an einem neuen Standort, dem Röpersberg, dank privater Spenden und einer Grundstücksschenkung durch die Stadt. Durch den Flüchtlingsstrom in Folge des Zweiten Weltkrieges und den rasant steigenden Behandlungsbedarf muss die Militärregierung jedoch noch ein weiteres Krankenhaus in Ratzeburg vorhalten. 1958 entschließen sich das DRK, der Kreis und die Stadt zur Zusammenlegung beider Häuser. 1960 entsteht so das neue Krankenhaus am Röpersberg, 1996 wird es in eine gGmbH umgewandelt. Nach der Fusion mit dem Städtischen Krankenhaus Mölln im Jahre 2000 nennt sich die Einrichtung fortan DRK-Krankenhaus Mölln-Ratzeburg gGmbH. 2006 wird das Haus in Ratzeburg modernisiert, in Mölln umstrukturiert — aus dem Krankenhaus wird eine neue Praxisklinik.

Blutspendedienst Nord-Ost

Insgesamt 70 freiwillige Spenderinnen und Spender kommen zur ersten öffentlichen Blutspende des DRK-Blutspendedienstes Hamburg-Schleswig-Holstein mit Sitz in Lütjensee (in einem ehemaligen DRK-Krankenhaus) am 22. Oktober 1959 nach Bargteheide. Dank des medizinischen und technischen Fortschritts entwickeln sich im Laufe der Jahrzehnte sehr schnell sowohl die Verfahren als auch die Anforderungen an die Qualität der Blutprodukte weiter. Ende der 50er Jahre etwa wird das entnommene Vollblut nach der Spende noch nicht in seine Bestandteile aufgetrennt. Sogenannte Stabilisatoren machen das Blut für zunächst drei, später dann sogar fünf Wochen haltbar.

Mit der Fusion zur DRK-Blutspendedienst Nord-Ost gGmbH 2004 wurden die Bundesländer Berlin, Brandenburg, Sachsen, Schleswig-Holstein und Hamburg zu einem großen Versorgungsgebiet zusammengelegt.

1960er Jahre

Alma Münster-Haus Wittdün/Amrum

1961 nimmt der DRK-Landesverband Schleswig-Holstein das Alma Münster-Haus in Wittdün auf Amrum in Betrieb. Bereits zuvor war dieses unter dem Namen „Villa Seerose“ ein Kindererholungsheim des Vaterländischen Frauenvereines. 1985 wird die Einrichtung ein Mutter-Kind-Heim und tritt als solches dem Müttergenesungswerk bei. In den darauffolgenden Jahren schließen sich verschiedene Umbau- und Modernisierungsmaßnahmen an — darunter 1991 ein Neubau als Erweiterung des Hauses und 2001 eine zusätzliche Angliederung mit dem Kinderhaus und der Physiotherapie. Seit 1991 zählt das Haus offiziell zu den DRK‑Zentren für Gesundheit und Familie.

Sturmflut 1962

Es beginnt mit den Luftschutzsirenen um 21.40 Uhr in Cuxhaven. Sie rufen den Katastrophenalarm aus. Um 21.53 Uhr bricht der erste Deich. In der Nacht auf den 17. Februar 1962 kämpft die Nordseeküste mit einer verheerenden Sturmflut. 315 Menschen sterben, Tausende verlieren in dieser Nacht ihr Hab und Gut, Deiche brechen, und mehr als 15 Prozent des Stadtgebietes von Hamburg sind überschwemmt. Bereits nach wenigen Stunden zeigt sich, dass die betroffenen DRK-Landesverbände und ihre unermüdlichen Einsatz- und Hilfskräfte, ebenso wie das technische Equipment, dieser Katastrophe allein nicht gewachsen sein würden. So rücken kurzfristig die Hilfszugstaffeln anderer DRK-Landesverbände aus, um vor Ort zu helfen. Insgesamt 4000 Menschen werden evakuiert. Feldküchen, Stromaggregate und Wasserentkeimungsanlagen sowie 6000 Ärztinnen und Ärzte, Schwestern, Helferinnen und Helfer stellt das Deutsche Rote Kreuz insgesamt. Aus dem DRK Schleswig-Holstein sind 733 Männer und 602 Frauen im Einsatz.

Hilfszugstaffel VII und Landesschule Bellin

In den 50er und 60er Jahren entwickelt das DRK das Konzept des sogenannten Hilfszuges. Dieser umfasst Einheiten, die bei Katastrophen und Notständen verschiedene Hilfeleistungen aufbieten können. Das DRK-Präsidium in Bonn plant insgesamt zehn dieser Hilfszugstaffeln für die Bundesrepublik in verschiedenen DRK-Landesverbänden sowie eine Zentralstaffel. Auch das DRK in Schleswig-Holstein baut eine Hilfszugstaffel auf, offiziell nimmt diese 1963 als Hilfszugstaffel VII am Standort Bellin ihre Arbeit auf. In einem alten Flugzeughangar sind hier die verschiedenen Fahrzeuge und diverses Material des Hilfszuges untergebracht. Die Aufgaben für den Hilfszug und seine Staffeln sind vielseitig, dienen aber in erster Linie dem Einsatz in Katastrophen- und Krisenlagen

1962 entsteht — ebenfalls in Bellin — eine DRK-eigene Landesschule zu Ausbildungszwecken. Dank der unmittelbaren Nähe kann zu Ausbildungs- und Übungszwecken jederzeit Material aus dem Zentrallager des Hilfszuges genutzt werden. Start ist am 12. November mit dem „Lehrgang für Ausbilder — Erste Hilfe“. Weitere sind zum Beispiel der „Lehrgang für Führungskräfte des Verpflegungsdienstes“, der „Lehrgang für Pflegehelfer“ oder der „Lehrgang für Führungskräfte der Hilfszugstaffel“.

Rotkreuzball im Kieler Schloss

Der erste Wohltätigkeitsball des Deutschen Roten Kreuzes findet im November 1966 in den neuen Räumlichkeiten des Kieler Schlosses statt und damit beginnt eine Serie erinnerungswürdiger, glanzvoller Veranstaltungen mit großer Show, Tanz und Tombola, die einmal im Jahr namhafte Gäste aus der Politik, der lokalen Wirtschaft sowie hochkarätige internationale Persönlichkeiten aus Funk und Fernsehen nach Kiel lockt. Der Wohltätigkeitsgedanke ist neben all der Ausgelassenheit der Motor der Veranstaltung: Bereits im Vorfeld des Events sammelt das DRK Spenden und verfügt so beispielsweise im Jahr 1966 bereits über 50.000 DM, noch bevor das Tanzorchester des Norddeutschen Rundfunks und das Ballett des Kieler Stadttheaters den Abend eröffnen. Zur langen Liste der internationalen Spender*innen des ersten Rotkreuzballs gehören unter anderem Aristoteles Onassis (4.000 DM) und die Kieler Howaldtswerke (3.000 DM). Unternehmen von Schleswig-Holstein bis Bayern steuern außerdem Gewinne für die große Tombola des Rotkreuzballs bei. Die Spendenerlöse der Rotkreuzbälle tragen einen erheblichen Teil zur Finanzierung des DRK-Schul- und Therapiezentrums in Raisdorf im Jahre 1972 bei. Nach 24 Jahren findet der letzte Rotkreuzball im Jahr 1990 statt.

Die 1970er Jahre

Der DRK-Standort Raisdorf

Am 15. November 1972 öffnet die erste Einrichtung in Raisdorf ihre Türen: die „Kurklinik für anfallskranke Kinder“, das heutige DRK-Norddeutsche Epilepsiezentrum für Kinder und Jugendliche (NEZ). Heute ist das NEZ ein modernes Zentrum für Diagnostik, innovative Therapien und digitale Angebote. Es begleitet Kinder mit schwersten Epilepsien und ihre Familien medizinisch, therapeutisch und pädagogisch.

Ein Jahr später folgt die Eröffnung des „Internats für schwerstbehinderte Kinder und Jugendliche“, das heutige DRK-Schul- und Therapiezentrum Raisdorf (SuTZ) mit dem angeschlossenen Landesförderzentrum kmE (körperliche und motorische Entwicklung) Schwentinental. Mit dem DRK-Christof-Husen-Haus entsteht in den 90er Jahren ein Wohn- und Arbeitsort für Erwachsene mit schweren körperlichen Beeinträchtigungen.

Hilfe für Bangladesch

Eine massive humanitäre Krise löst Anfang der 70er Jahre der Bürgerkrieg in Bangladesch aus. Hintergrund ist der militärische Konflikt zwischen Westpakistan (heute Pakistan) und dem um die eigene Unabhängigkeit kämpfenden Ostpakistan (heute Bangladesch). Im Jahre 1972, nach diesem sogenannten Befreiungskrieg, leistet das Internationale Rote Kreuz in Bangladesch humanitäre Hilfe. Dazu gehören die Versorgung von Flüchtlingen und Vertriebenen, die Verteilung von Nahrungsmitteln, medizinische Hilfe sowie Familienzusammenführungen. Mit einer Einsatzgruppe aus zwei Ärzten und vier weiteren Einsatzkräften unterstützt von Februar bis April 1972 auch der DRK-Landesverband Schleswig-Holstein im Krisengebiet, vor allem aber im Flüchtlingslager Mirpur in Dhaka. Hier müssen 150.000 Menschen versorgt, gespendete Lebensmittel verteilt und insgesamt 1500 Zelte aufgestellt werden, die das Deutsche Rote Kreuz beisteuert.

Krankenhaus Middelburg

Im Jahre 1953 beginnt das DRK mit der Einrichtung eines Kurheims in Lütjensee für an Tuberkulose Erkrankte, doch auf Grund entsprechend rückläufiger Patient*innenzahlen muss die TBC-Heilstätte Middelburg ihre Tätigkeit 1973 einstellen. Die Einrichtung selbst jedoch fungiert weiter als Krankenhaus für chronische Erkrankte und verfügt außerdem über ein angeschlossenes Pflegeheim für Patient*innen mit schweren Verläufen von zum Beispiel sklerotischen Herz- und Kreislaufleiden, Parkinson, Diabetes mellitus, Multipler Sklerose oder onkologischen Erkrankungen. Mit zwei Kliniken unter einem Dach – einer Klinik für Neurologie und einer weiteren für Geriatrie – entwickelt das DRK-Krankenhaus Middelburg Ende der 90er Jahre schließlich ein therapeutisches Angebot, das seinesgleichen sucht. Im Jahre 2014 erfolgt die Ernennung zum Akademischen Lehrkrankenhaus der Universität zu Lübeck. 2017 verkauft der DRK-Landesverband das Krankenhaus Middelburg an einen privaten Klinikbetreiber.

Zivildienst

Mitte der 70er Jahre werden die ersten Zivildienststellen beim Bundesamt für den Zivildienst eingerichtet und die Aufgabe des DRK-Landesverbandes liegt in der Verwaltung der Zivildienststellen des DRK und seiner Einrichtungen. Die Hoffnung der Wohlfahrtsverbände auf strukturelle Entlastung durch Zivildienstleistende ist groß – die Realität sieht aber anders aus: Zahlen Zivildienstleistender in den entsprechenden Einrichtungen bleiben hinter den Erwartungen zurück. Denn die für „Zivis“ attraktivste Einsatzstelle ist der Rettungsdienst. Insbesondere jene Männer, die ein medizinisches Studium anvisieren, bauen sich als Zivildienstleistende im Rettungsdienst schon frühzeitig ein fachliches Grundwissen auf, von dem sie im Studium erheblich profitieren. Außerdem können sie dank der Ausbildung zum Rettungssanitäter während der vorlesungsfreien Zeit im Rettungsdienst aushelfen. Mit der Aussetzung der Wehrpflicht wird der Zivildienst 2011 abgeschafft. 

Sturmflut 1976

Zum Jahreswechsel 1975/76 wütet ein Orkan aus Nordwesten über der Nordsee und drückt dabei immer mehr Wassermassen in die Unterelbe. Die anschließende Sturmflut am 3. Januar 1976 ist eine der schwersten des 20. Jahrhunderts an der deutschen Nordseeküste und hält die Einsatzkräfte wochenlag auf Trab. Zehntausende Menschen sind von der Flut betroffen, viele verlieren ihr Hab und Gut. Unmittelbar beteiligt an den Einsätzen sind die DRK-Kreisverbände Dithmarschen, Nordfriesland, Pinneberg, Steinburg und der DRK-Landesverband.

Schneekatastrophe 1978/79

Genau drei Jahre nach der Sturmflut befindet sich Norddeutschland erneut im Ausnahmezustand. Drei Tage lang tobt um die Jahreswende ein Schneesturm mit Windstärken zwischen 9 und 12. Was er in Schleswig-Holstein zurücklässt, ist eine Schneewüste mit meterhohen Schneeverwehungen. 80 Dörfer sind von der Außenwelt abgeschnitten, in Teilen des Landes fällt der Strom aus, der Verkehr kommt zu Erliegen. Etwa 25.000 Kräfte des DRK, der Bundeswehr, des THW und anderer Hilfsorganisationen kämpfen gegen die Schneemassen und weitere 1.000 Rotkreuzlerinnen und Rotkreuzler sind für die Betreuung und Versorgung von Geretteten im Einsatz.  

Gesundheitsförderung

Tanzen, Wassergymnastik, Gymnastik, Yoga und Gedächtnistraining: Seit den 70er Jahren gehören die verschiedenen Bewegungsangebote zum festen Inventar des DRK-Programms in Schleswig-Holstein. Die Gesundheitsförderung des DRK umfasst neben den körperlichen auf die seelischen und psychosozialen Aspekte und bietet darüber hinaus mit Kursangeboten im eigenen Wohnort in aller Regel lokale Vernetzungsmöglichkeiten. Auch Fort- und Weiterbildungen für Übungsleiterinnen und -leiter werden von Landesverband angeboten. Seit 2025 ist noch der aktivierende Hausbesuch dazugekommen, bei dem geschulte Ehrenamtliche die Menschen regelmäßig zu Hause durch Bewegung und Gespräche aktivieren.

Zwei Frauen mit EinsatzfahrzeugenDinies

Psychosoziale Krebsnachsorge

An Krebs erkrankten Menschen die Möglichkeit eines lebenswerten Lebens aufzuzeigen, sie seelisch aufzufangen und geistig zu motivieren, das sind die Ziele des neuen Krebsnachsorgeprogramms des DRK, das Ende der 70er Jahre startet. Aus dem Modellprojekt entwickelt sich im Laufe der Jahre ein flächendeckendes Angebot für Schleswig-Holstein.

Im Jahr 2025 kümmern sich ehrenamtliche Mitarbeiter*innen in landesweit 16 “Leben mit Krebs!”-Gruppen um Betroffene und Angehörige. 

Mammographie-Bus

1978 bietet der DRK-Landesverband Schleswig-Holstein in Zusammenarbeit mit der Deutschen Krebshilfe allen Frauen ab dem 49. Lebensjahr eine kostenlose Untersuchung zur Brustkrebs-Früherkennung an. Das Besondere: bei dieser Praxis handelt es sich um eine Mammographie-Station auf Rädern. Der Mammographie-Bus ist an 279 Tagen v.a. auf dem Land unterwegs, denn hier mangelt es oft an stationären Mammographie-Einrichtungen. Nach einem Jahr im Einsatz rollt der Mammographie-Bus weiter nach Hessen. 

Drei ältere Menschen an einem BahnhofHildegard Purps

Getrennt im Ghetto - Wiedersehen in Lunden

Wie viele andere Familien werden auch Adeline Epp, ihr Mann Peter und Adelines Schwester Emma in den Wirren des Zweiten Weltkrieges auseinander gerissen. 

Während Peter und Adeline sich 1963 - nach drei Jahren Recherche durch den DRK-Suchdienst - wieder sehen und sich in Lunden im Kreis Dithmarschen nieder lassen, dauert es noch bis 1978, bis auch ein Wiedersehen mit Emma möglich wird. Auch dieser Kontakt konnte Dank des DRK-Suchdienstes hergestellt werden.

Die 1980er Jahre

Erdbeben in Italien

Am Abend des 23. November 1980 kommt es in der Region Irpinia östlich von Neapel zur schwersten Naturkatastrophe der italienischen Nachkriegsgeschichte. Erdstöße der Stärke 6,89 auf der Momenten-Magnituden-Skala erschüttern die Gegend, das Ausmaß dieser Katastrophe erschüttert anschließend die Welt: 2.914 Menschen sterben, etwa 9.000 werden verletzt und mehr als 390.000 Menschen werden binnen weniger Stunden obdachlos. Knapp 90 Nachbeben erschweren in der Folge die Rettungsarbeiten. Bei Temperaturen unter Null Grad Celsius und anhaltenden Schneefällen zerstörte am 16. Februar etwa ein weiterer starker Erdstoß ganze Dörfer und Städte in Süditalien. Helfer*innenteams aus Deutschland, Amerika, Belgien, England, Frankreich, Österreich, den Niederlanden, Polen und der Schweiz bemühen sich gemeinsam mit dem Italienischen Roten Kreuz um die bestmögliche Versorgung der Opfer.

Nach dem schweren Erdbeben im süditalienischen Muro Lucano errichteten ehrenamtliche DRK-Helfer*innen innerhalb weniger Wochen 60 Fertig-Holzhäuser und ein Gemeindezentrum für obdachlos gewordene Familien. Möglich wurde der Wiederaufbau durch die Zusammenarbeit der DRK-Landesverbände Niedersachsen und Schleswig-Holstein sowie durch Spendengelder aus der Bevölkerung. Insgesamt baute das Deutsche Rote Kreuz mit 170 Einsatzkräften im Erdbebengebiet 241 Häuser und acht Gemeindezentren.

Winterhilfe für Polen

Polen steckt in einer tiefen wirtschaftlichen Krise. Die polnische Bevölkerung hungert. Und die Welt reagiert sofort. Bereits zuvor, seit April 1981 und einem Hilfe-Ersuchen des Polnischen Roten Kreuzes, bemüht sich das DRK in Zusammenarbeit mit dem Internationalen Roten Kreuz, akute Versorgungslücken in Polen durch gezielte Hilfsgütertransporte, u.a. mit Lebensmitteln, Kleidung und Medikamenten, zu schließen. Und auch der DRK-Landesverband kann sich dank der großen Spendenbereitschaft der Schleswig-Holsteiner*innen an diesen Einsätzen beteiligen.

Freiwilliges Soziales Jahr beim DRK

Das Deutsche Rote Kreuz ist heute der größte Träger für Freiwilligendienste in Deutschland – des Freiwilligen Sozialen Jahres (FSJ), des Bundesfreiwilligendienstes (BFD) und des Internationalen Jugendfreiwilligendienstes (IJFD). Das ehemals „Diakonische Jahr“, heute bekannt als Freiwilliges Soziales Jahr, wird in der Bundesrepublik bereits im Jahr 1965 eingeführt. Es ist der Versuch, dem vorherrschenden Pflegenotstand zu begegnen. Das FSJ erweist sich im Laufe der Jahre als Möglichkeit, vor dem Schritt in eine Ausbildung einen ersten praktischen Einblick in das Berufsfeld der Wahl zu erhalten.Unter der Trägerschaft des DRK-Landesverbandes Schleswig-Holstein startet die erste FSJ-Gruppe im Herbst 1985 in Kitas, Pflegeheimen und Einrichtungen für Menschen mit Behinderung. Schon in den Anfängen des FSJ erhalten die Freiwilligen Taschen- und Verpflegungsgeld, Sozialversicherungen und bei Bedarf auch eine Unterkunft.

DRK-Ortsvereinstag

161.500 Mitglieder, 15 Kreisverbände und 478 Ortsvereine zählt das DRK in Schleswig-Holstein im Jahre 1986. Um die Arbeit des Roten Kreuzes und insbesondere die Leistung seiner Ortsvereine zu würdigen, veranstaltet der Landesverband für diese im August 1986 ein eigenes Fest in den Holstenhallen in Neumünster. Mehr als 5000 Besucher*innen wollen teilhaben am ersten Ortsvereinstag in Schleswig-Holstein. Die Leistungsschau der DRK-Ortsvereine aus dem ganzen Land – mit Angeboten für das Kleinkind in der Kita bis zur gymnastischen Seniorin, vom Rettungsdienst bis zur Erbsensuppe – erstreckt sich über neun Hallen sowie das Außengelände der Holstenhallen. Für Schwung und vergnügliches Schunkeln sorgen an diesem feierlichen Tag unter anderem die Bayerische Rotkreuz-Kapelle (aus Friedberg bei Augsburg), das JRK-Orchester Strohbrück (mit 300 Musiker*innen) sowie das Jugendrotkreuzorchester Rendsburg-Eckernförde.

Erdbeben in Armenien

Am 7. Dezember 1988 erschüttert ein schweres Erdbeben mit einer Magnitude von 6,9 den Norden Armeniens. Mindestens 25.000 Menschen sterben, Zehntausende werden verletzt, rund eine Million Menschen verlieren ihr Zuhause.

Das Deutsche Rote Kreuz leistet schnelle Hilfe: Bereits zwei Tage später sind Suchhundeteams im Einsatz und retten mehrere Verschüttete. In den folgenden Wochen bringt das DRK umfangreiche Hilfsgüter wie medizinische Ausrüstung, Trinkwasseranlagen, Medikamente und Zelte in das Katastrophengebiet. Nach der akuten Nothilfe steht der Wiederaufbau von Wohnraum und Infrastruktur im Mittelpunkt der internationalen Hilfe

Gedenkstein Düppel: Die Wiege der Rotkreuz-Idee

Zum ersten Mal in der Geschichte der internationalen Rotkreuzbewegung werden im Jahre 1864 im deutsch-dänischen Krieg Delegierte des Roten Kreuzes auf einen Kriegsschauplatz – zur entscheidenden Schlacht auf den Düppeler Schanzen - entsandt. Gleichwohl der Sieg der deutsch-österreichischen Truppen damals den Verlust von 1/3 des Staatsgebietes für die dänische Seite bedeutete, treffen sich Rotkreuz-Vertreter*innen beider Länder bis heute alljährlich am 22. August am Rotkreuz-Gedenkstein in Düppel. Dieser wird am 22. August 1989 anlässlich des 125-jährigen Jubiläums der ersten Genfer Konvention offiziell enthüllt

1989: Prager Botschaft

Im Herbst 1989 fliehen Tausende Menschen aus der DDR über Ungarn sowie in die westdeutschen Botschaften in Warschau, Budapest und Prag. In dieser Zeit der Unsicherheit leistet das Deutsche Rote Kreuz umfassende Hilfe – von Betreuung und Verpflegung bis zur Unterstützung bei der Ausreise und der Ankunft.

DRK-Helfer*innen, auch aus Schleswig-Holstein, sind in der Prager Botschaft, an Bahnhöfen und in Aufnahmestellen im Einsatz. 

Als DRK-Landesbereitschaftsführerin koordiniert Waltraud Schröder wochenlang die Versorgung und Ausreisen in der Prager Botschaft. Wenige Wochen später mündet die friedliche Revolution in die Öffnung der Berliner Mauer.

DRK-Altenpflegeschulen

Seit 1989 bildet der DRK-Landesverband Schleswig-Holstein in der Altenpflege aus – anfänglich an den drei Standorten Heide, Eutin und Kiel

Und auch die Altenpflegeschule in Middelburg erhält 1989 die entsprechende Genehmigung durch das zuständige Ministerium, aus Platzgründen zieht die Altenpflegeschule 2002 jedoch nach Eutin um.

Diese staatlich anerkannten Fachschulen bieten die Ausbildungen zur/zum Altenpfleger/in und Altenpflegehelfer/in an und bauen in den nachfolgenden Jahren enge Kooperationen mit betrieblichen Partnern auf. Aus diesem Austausch entsteht bald zusätzlich ein Angebot verschiedener Fort- und Weiterbildungen, zum Beispiel für Betreuungskräfte.

Im Zuge der Einführung der generalistischen Ausbildung zur/zum Pflegefachfrau/-mann im Jahre 2020 nahm ein weiterer Schulstandort in Kaltenkirchen erste Schüler*innen auf. Zudem firmieren die Pflegeschulen nun unter dem gemeinsamen Dach der DRK Akademie SH. 2022 und 2025 kommen Schleswig und Rellingen als neue Schulstandorte der DRK Akademie SH hinzu. 

Die 90er Jahre

Haus Quickborn: DRK-Landesgeschäftsstelle

Am 1. Oktober 1990 bezieht der DRK-Landesverband Schleswig-Holstein seine neuen, frisch renovierten Räumlichkeiten am Klaus-Groth-Platz 1 im Kieler Stadtteil Düsternbrook: Haus Quickborn.

Namensgeber des Hauses ist der Gedichtband “Quickborn” des niederdeutschen Lyriker Prof. Klaus Groth, dessen Haus einst hier stand. Ein Findling, der sich unter den Fundamenten des alten Gebäudes befand, wird - in Erinnerung an Klaus Groth - im Rahmen der Einweihung des Hauses Quickborn am 8. Oktober 1909 im Vorgarten aufgestellt.

Von 1908 bis 1988 befand sich das Gebäude im Besitz der DRK-Anschar-Schwesternschaften.
 

Hilfe für Sankt Petersburg

Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion kommt es in Russland zu einer schweren wirtschaftlichen und humanitären Krise.
Daraus resultieren ein sprunghafter Anstieg der Armut sowie eine dramatische Verschlechterung der Lebensbedingungen. Die erste Hilfslieferung des DRK Schleswig-Holstein im Wert von etwa drei Millionen DM verlässt Kiel am 16. Dezember 1991 auf dem Wasserweg.
 

Mit dem Motorschiff „Britta“, das von einer Lübecker Reederei kostenlos zur Verfügung gestellt wurde, geht es für Landesbereitschaftsleiterin Waltraud Schröder sowie Helfer*innen und Dolmetscher*innen gen Sankt Petersburg. Diese Hilfslieferung ist der erste Schritt zu einem umfangreichen, Jahre währenden Sozialprogramm.

Auslandseinsatz "Kurdenhilfe"

Nach dem Ende des Zweiten Golfkrieges fliehen im April 1991 Hunderttausende irakischer Kurden Richtung Türkei und Iran. Als Angehörige einer ethnischen Minderheit erwarten sie in ihrer Heimat Verfolgung und Unterdrückung.

Die Massenfluchtbewegung endet jedoch im Grenzgebiet zwischen der Türkei und dem Irak.
Jenseits der bis zu 3.000 Meter hohen Gebirgszüge stoppt die Schutzsuchenden das türkische Militär. In einem etwa 45 Kilometer langen Streifen östlich von Uludere, zwischen Schnee, Geröll und Schlamm, campieren allein etwa 230.000 Menschen in der Hoffnung auf Hilfe. 

Diese kommt dank des Deutschen Roten Kreuzes und des Türkischen Roten Halbmondes. Dringend benötigt werden Medikamente, Zelte, Decken und Lebensmittel. Inmitten dieser unpassierbaren Bergregionen bleibt nur die Versorgung aus der Luft, per Hubschrauber. Aus Schleswig-Holstein beteiligen sich 25 Rotkreuzler*innen an der sogenannten Kurdenhilfe. Sie unterstützen unter anderem als
Kraftfahrer oder Wasseraufbereiter. Zwei Helfer berichten im Anschluss an ihren denkwürdigen Einsatz von 32 erlebten Geburten im Lager, 7.000 ambulanten Behandlungen sowie 170 Operationen unter Vollnarkose und 630 mit örtlicher Betäubung. 62 Menschen sterben in dieser Zeit, 58 davon Kinder, die meisten von ihnen an Unterernährung.
Das DRK stellt für die Kurdenhilfe, die im Juni 1991 endet, insgesamt 350 Helfer*innen.

Mit dem Zug in die Freiheit: von Karlovac nach Norddeutschland

Die Stadt Karlovac ist 1992 eine der besonders umkämpften Städte im Kroatienkrieg. Ein Team von 42 DRK-Helfer*innen aus Schleswig- Holstein bringt in einer wohlorganisierten dreitägigen Hilfsaktion 922 Geflüchtete aus dem einst jugoslawischen Karlovac in die norddeutsche Sicherheit. Diese ist nur eine von verschiedenen Hilfseinsätzen, die das DRK im Rahmen des Jugoslawien-Konfliktes leistet. Der Einsatz beginnt am 25. Juli um 0.35 Uhr mit der Abfahrt in Rieseby. Weitere Helfer*innen steigen zu, bevor es Richtung Bonn geht. Hier fahren die Sonderzüge des DRK außerplanmäßig. In Freilassing kommen weitere Waggons sowie der Bundesgrenzschutz hinzu. Am 26. Juli treffen die Sonderzüge in Karlovac ein. Binnen zweieinhalb Stunden werden 917 Geflüchtete aufgenommen, anschließend registriert und über den voraussichtlichen Verbleib informiert. Der Zug verlässt Karlovac um 15.32 Uhr. Am 27. Juli endet die Fahrt für 465 Geflüchtete im sicheren Osnabrück. 51 Passagiere steigen in Bremen, weitere 124 in Hamburg und zuletzt 137 in Mecklenburg-Vorpommern aus. Die letzten 140 Geflüchteten fanden Schutz in Neumünster, wo sie – ebenso wie die DRK-Helfer*innen – am Bahnhof feierlich empfangen werden. Der DRK-Kreisverband Neumünster stellt Helfer*innen und Fahrzeuge bereit, sodass die Geflüchteten in zwei Gruppen aufgeteilt und in ihre Unterkünfte gebracht werden. Nach drei Tagen im Zug zieht es die Rotkreuzler*innen zu ihren Familien, Freund*innen und Verwandten.

Mutter-Kind-Kurklinik auf Pellworm

Auf der Nordsee-Insel Pellworm eröffnet das DRK Schleswig-Holstein am 23. September 1996 seine neue Mutter-Kind-Kurklinik. Diese ist bewusst modern aufgestellt: Jede Mutter bewohnt mit ihren Kindern eines der insgesamt 36 zeitgemäß eingerichteten Appartements. Das Therapieangebot umfasst neben physikalischen Behandlungen auch ausreichend Möglichkeiten der Entspannung für die erholungssuchenden Mütter. An den Baukosten der Einrichtung (12 Millionen DM) beteiligen sich neben dem DRK-Landesverband Schleswig-Holstein, der Bund, das Land, die Aktion Sorgenkind sowie die Gemeinde Pellworm, u.a. mit der Schenkung des Grundstücks.

Viele Pellwormer engagieren sich Anfang der 90er Jahre für den Bau der Kureinrichtung auf ihrer Insel. Dr. Gabriele Akkermann ist eine von ihnen. Die Ärztin zeichnet sich zeitlebens durch ihr Engagement für die Gesundheit von Familien sowie ganzheitliche Therapiekonzepte aus. Das breite Therapieangebot des Hauses richtet sich heute insbesondere an Mütter, Väter und Kinder, die bspw. aufgrund von Atemwegs oder Hauterkrankungen medizinisch-therapeutische Unterstützung benötigen oder sich in besonderen Belastungssituationen befinden.
Das Dr. Gabriele Akkerman-Haus gehört neben dem Alma Münster-Haus in Wittdün auf Amrum und dem Elly Heuss Knapp-Haus in Plön zu den DRK-Zentren für Gesundheit und Familie.

Die 2000er

Elbe-Hochwasser 2002

Als im Hochsommer 2002 der Starkregen einsetzt, ahnt noch niemand etwas von der bevorstehenden „Jahrhundertflut“. Insbesondere der Osten und Südosten Deutschlands sind betroffen, als im August die Wassermassen der Elbe und ihrer Nebenflüsse über die Ufer treten und sich ihren Weg durch die Städte und Dörfer bahnen. Die Flutwelle richtet erheblichen Schaden insbesondere in Dresden und Umgebung an, bevor sie sich über Brandenburg gen Norden wälzt. Die Menschen in Norddeutschland auf das Schlimmste vor: Hunderttausende von Sandsäcken werden verteilt, Feuerwehr, Bundeswehr und Hilfsorganisationen sind in Alarmbereitschaft, Menschen mauern Fenster und Türen ein, und alle haben stets die steigenden Pegelstände der Elbe im Blick. Am 18. August löst der Landkreis Herzogtum Lauenburg dann Katastrophenalarm aus. Unter der Führung der Landesbereitschaftsleitung übernimmt der DRK-Landesverband im engen Austausch mit dem DRK-Generalsekretariat und den Leitungsgruppen der DRK-Kreisverbände Koordinierungsaufgaben. Bereits zu Beginn des Hochwassergeschehens melden sich mehr als 600 Freiwillige aus den Bereitschaften einsatzbereit. Einsatzkräfte aus den DRK-Kreisverbänden Lauenburg und Schleswig-Flensburg richten in zwei Lauenburger Schulen Notunterkünfte für insgesamt 500 Betroffene ein. Außerdem wird rund um die Uhr an sechs Feldküchen für mehr als zwei Wochen die Betreuung der Einsatzkräfte am Deich sichergestellt. Täglich werden hier bis zu 5.000 Mahlzeiten ausgegeben.

Einsatz- und Logistikzentrum

Im Jahr 2000 blickt der Hilfszug VII Schleswig-Holstein auf diverse erfolgreich bestrittene Einsätze (zum Beispiel im Rahmen der Hilfe für Sankt Petersburg) zurück. Nach einem Beschluss durch das Präsidium des DRK-Landesverbandes findet der Umzug des Hilfszuges von Bellin am Selenter See in einen moderneren Neubau statt.
Am 27. September 2002 ist es so weit: Der DRK-Landesverband weiht feierlich das neue „Einsatz- und Logistikzentrum“ (ELZ) auf insgesamt 1.275 Quadratmetern Lagerfläche in Raisdorf ein.

Neben Schleswig-Holstein mit dem ELZ existieren im Jahr 2025 bundesweit noch wenigstens fünf weitere DRK-Landesverbände, die eine eigene Katastrophenschutzeinheit bzw. -vorhaltung betreiben.

Schulsanitätsdienst / Teddy braucht Hilfe

Das Jugendrotkreuz schafft für die Schulen Schleswig-Holsteins seit 2003 daher ein vielseitiges und lehrreiches Angebot: Der Jugendverband des DRK unterstützt die Schulen beim Aufbau eines eigenen Schulsanitätsdienstes (SSD). In Erster Hilfe ausgebildete Schüler*innen stellen dann die Erstversorgung bei Unfällen, Verletzungen oder Krankheit sicher. Schulsanitäter*in kann jede Schülerin und jeder Schüler werden, die/der erfolgreich eine Erste-Hilfe-Grundausbildung abgeschlossen hat. Hier lernen sie durch qualifizierte Erste-Hilfe-Ausbilder*innen die Themen der Ersten Hilfe, damit sie im Ernstfall handlungsfähig sind. 152 Schulen haben heute einen durch das DRK betreuten Schulsanitätsdienst in Schleswig-Holstein. Insgesamt engagieren sich damit über 3.000 Jugendrotkreuz-Schulsanitäterinnen und Schulsanitäter.

Die Erste Hilfe bleibt aber kein Thema allein an weiterführenden Schulen. Mit dem JRK wird das Konzept weitergeführt: Es beginnt mit einen Meter großen Plüschbären im Kieler Schloss: Am 1. Juni 2010 gibt der DRK-Landesverband den Startschuss für das Projekt „Teddy braucht Hilfe“, das künftig flächendeckend das Thema Erste Hilfe auch in Schleswig-Holsteins DRKKitas voranbringen soll. Entsprechende Workshops sollen ehren- wie hauptamtliche Mitarbeiter*innen fachlich fit machen für die nutzer*innengerechte Stoffvermittlung. Die Nutzer*innen, das sind Kinder wie etwa die Mädchen und Jungen der DRK-Kita Laboe, die zum Auftakt im Kieler Schloss ihr Erste-Hilfe-Wissen unter Beweis stellen und zeigen, dass die Bereitschaft, Hilfe zu leisten, nicht früh genug gefördert werden kann. Denn hier erlangen auch die Jüngsten schon zentrale soziale Kompetenzen, die sie im täglichen und vor allem im weiteren Leben benötigen: hinschauen, helfen können und Hilfe holen. Das Ziel des landesweit angelegten Projektes ist es, „Teddy braucht Hilfe“ künftig in jeder Kindertagesstätte des DRK Schleswig-Holstein regelmäßig für Kinder ab dem Krippenalter anbieten zu können. Hierfür entwickelten Fachkolleg*innen gemeinsam eine Arbeitshilfe zur Heranführung an die Erste Hilfe in Kindertagesstätten weiter. Diese Materialien werden seither regelmäßig überarbeitet und in zeitgemäße Formate umgewandelt, wie etwa E-Learnings.

DRK-Hochwasserrettungszug

1961 nimmt der DRK-Landesverband Schleswig-Holstein das Alma Münster-Haus in Wittdün auf Amrum in Betrieb. Bereits zuvor war dieses unter dem Namen „Villa Seerose“ ein Kindererholungsheim des Vaterländischen Frauenvereines. 1985 wird die Einrichtung ein Mutter-Kind-Heim und tritt als solches dem Müttergenesungswerk bei. In den darauffolgenden Jahren schließen sich verschiedene Umbau- und Modernisierungsmaßnahmen an — darunter 1991 ein Neubau als Erweiterung des Hauses und 2001 eine zusätzliche Angliederung mit dem Kinderhaus und der Physiotherapie. Seit 1991 zählt das Haus offiziell zu den DRK‑Zentren für Gesundheit und Familie.

Tsunami

Zwei Tage nach der verheerenden Flutwelle in Südasien am zweiten
Weihnachtsfeiertag 2004 gehört das Rote Kreuz weltweit zu den
ersten Hilfsorganisationen, die sich auf den Weg ins Katastrophengebiet
machen. Am 28. Dezember 2004 startet der erste Transport
aus Schleswig-Holstein.
Am 26. Dezember 2004 sorgt ein Seebeben vor Sumatra für zahlreiche,
bis zu 30 Meter hohe Tsunamiwellen von enormer Kraft in
den Küstenregionen des Indischen Ozeans – in Indonesien, Sri Lanka,
Thailand und Indien. Ganze Landstriche werden ausgelöscht,
230.000 Menschen sterben, Millionen werden obdachlos.
Während die Welt noch den Atem anhält, befinden sich bereits
ein Arzt, vier Krankenpfleger*innen und eine Laborassistenz aus
Schleswig-Holstein sowie insgesamt 22 Tonnen Fracht (darunter
ein LKW, zehn Unterkunftszelte, ein Küchenzelt, zwei Ersatzstromaggregate
und Elektronik) an Bord der Maschine mit Kurs Richtung
Krisengebiet Sumatra. In einem zweiten Transportflugzeug schickt
das DRK Schleswig-Holstein am 4. Januar eine Trinkwasserfilteranlage
und eine Trinkwasservorbehandlungsanlage samt Zubehör
hinterher. Während das Rote Kreuz im Katastrophengebiet binnen
weniger Tage ein Basiscamp für die medizinische Versorgung der
Überlebenden aufbauen muss, ruft das DRK in der norddeutschen
Heimat zu Spenden auf. Allein bei der der DRK-Aktion „Ein Tag für
Asien“ schütteln DRK-Helfer*innen am 8. Januar auf Marktplätzen,
in Einkaufspassagen in den Städten Schleswig-Holsteins die Spendenbüchse
und nehmen so binnen eines Tages 72.877,58 Euro für
die Opfer des Tsunamis ein

Die Kriegsgeneration dankt dem DRK

Im Rotkreuzmagazin „helfen+retten“ (Ausgabe 3/2005), 60 Jahre
nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges, dankt der 84-jährige Willy
Engeland aus Osterby den vielen Rotkreuzschwestern und Rotkreuzhelfer*
innen für ihre „aufopfernde und segensreiche Tätigkeit“
während des Krieges und in der Nachkriegszeit.
Vor sechs Jahrzehnten ging der Krieg zu Ende (…). Und so trage ich
in mir den Wunsch, fast am Ende meiner Zeit einmal Danke zu sagen.
Danke an alle Schwestern und Frauen vom Deutschen Roten
Kreuz. Wir, die so genannte Kriegsgeneration, sagen Danke.
Mit 19 wurde ich eingezogen, mit 28 kam ich aus russischer Kriegsgefangenschaft
zurück. (…) Wir wurden in dieser Zeit durch ganz
Europa getrieben. Aber überall auf den Bahnhöfen, in Lazaretten,
Krankenhäusern und Genesungseinrichtungen wurden wir von den
Schwestern und Frauen vom DRK versorgt. Sie waren unsere ständigen
Begleiter. (…) Auf allen Bahnhöfen waren unsere Rotkreuzschwestern
und reichten uns Kaffee, Tee oder eine warme Suppe.
Diese Frauen und Mädchen waren immer für uns da, sie gaben uns
immer das Gefühl, wir wurden erwartet, ein Gefühl
von Heimat. Waren wir verwundet und wurden in
ein Heimlazarett verlegt, wer schenkte uns das
erste Lächeln? Wer erneuerte unsere schmutzigen
und verlausten Verbände? (…) Im November 1948
kam ich nach sechseinhalb Jahren aus dem Kaukasus
zurück. Vier Wochen waren wir unterwegs,
vom 18. Oktober bis zum 15. November. (…) Wir
mussten in Scheunen und Sälen übernachten.
Keiner wollte uns haben, wir konnten ja Läuse,
Ungeziefer und Krankheiten haben. Am nächsten
Morgen ging es dann tatsächlich Richtung Grenze,
Richtung Friedland. (…) Wir mussten einen
langen, fensterlosen Tunnel von etwa 70 bis 80
Metern durchqueren. (…) Am Ende des Tunnels
standen die Schwestern und Frauen des DRK und
auch Männer und Frauen der Heilsarmee. Das war
der absolute Höhepunkt, den man sein Leben lang nicht vergisst.
Das DRK verteilte Brot und echten Bohnenkaffee. Jeder Heimkehrer
erhielt zwei Klappstullen, eine mit Wurst und eine mit Käse, und
einen Pappbecher mit Onko Gold. Und die Kameraden der Heilsarmee
spielten den Choral „Nun danket alle Gott“. Dies war für uns
so überwältigend, wir waren sprachlos, wir fühlten: Jetzt sind wir
wieder zu Hause, in der Heimat, für die wir doch so viel geopfert
hatten. (…) 80 Prozent der Heimkehrer gingen zur Seite, sprachlos
vor Freude, sie weinten und wollten alleine sein. Über Friedland ging
die Fahrt weiter nach Münster/Westfalen, dann nach Rendsburg
(…). Auch hier standen zwei Rotkreuzschwestern auf dem Bahnhof,
nahmen uns in Empfang und haben uns versorgt. (…) Dann war ich
endlich wieder daheim – am 15. November 1948.
Bevor wir nun diese Zeit endgültig der Vergangenheit überlassen,
sage ich nochmals „Danke“. Danke allen Schwestern und Frauen
des Deutschen Roten Kreuzes in dieser Zeit. Danke!

Pflegezentrum im Park in Lübeck

Zum 1. Januar 2008 übernimmt der DRK-Landesverband Schleswig-
Holstein das Pflegezentrum im Park vom DRK-Kreisverband
Lübeck.
Es ist ein Haus mit Geschichte: Anfang der 60er Jahre wird der
Bedarf an Alten- und Pflegeheimen in Schleswig-Holstein spürbarer.
Laut Sozialministerium des Landes fehlen zu den vorhandenen
etwa 10.500 vorhandenen Heimplätzen im Jahr 1963 insgesamt
2.500 weitere. Im selben Jahr eröffnet das DRK in Lübeck, u.a.
dank einer Schenkung der Lübecker Possehl-Stiftung von 300.000
DM, sein inzwischen elftes Pflegeheim in Schleswig-Holstein. Dieses
verfügt über 102 Betten in 30 Einbettzimmern und 21 Zweibettzimmern.
Damit stellt das DRK nun etwa 1.000 Heimplätze im
Land. Zunächst wird das Haus als Altenheim betrieben. Später werden
spezielle Pflegezimmer eingerichtet, um der steigenden Nachfrage
Pflegebedürftiger gerecht zu werden.
Nachdem der DRK-Landesverband Schleswig-Holstein das Altenund
Pflegeheim vom DRK-Kreisverband Lübeck im Jahre 2008
übernommen hat, wird die gesamte Einrichtung, ihre Führung, das
Qualitätsmanagement sowie das Konzept, neu aufgestellt.
Im Mai 2012 beginnen die Arbeiten zu einem Neubau neben dem
bestehenden Pflegeheim und parallel zu dessen unvermindert weitergelebten
Heimalltags. Der DRK-Landesverband investiert knapp
sieben Millionen Euro, die Deutsche Fernsehlotterie unterstützt
mit weiteren 400.000 Euro. Mit weitere Spenden der Umweltlotterie
„Bingo!“ sowie der Fielmann AG fließen in die Gestaltung der
umgebenden Parkanlage inklusive einem Demenzgarten. Das neu
entstandene „DRK-Senioren- und Pflegezentrum im Park“ wird im
September 2014 eingeweiht und gilt als das modernste Alten- und
Pflegeheim in der Stadt der sieben Türme. Es verfügt über 70 Pflegeplätze,
davon 54 in Einzel- und 16 in acht Doppelzimmern.

Partnerschaft mit dem Estnischen Roten Kreuz

Zum 1. Januar 2008 übernimmt der DRK-Landesverband Schleswig-
Holstein das Pflegezentrum im Park vom DRK-Kreisverband
Lübeck.
Es ist ein Haus mit Geschichte: Anfang der 60er Jahre wird der
Bedarf an Alten- und Pflegeheimen in Schleswig-Holstein spürbarer.
Laut Sozialministerium des Landes fehlen zu den vorhandenen
etwa 10.500 vorhandenen Heimplätzen im Jahr 1963 insgesamt
2.500 weitere. Im selben Jahr eröffnet das DRK in Lübeck, u.a.
dank einer Schenkung der Lübecker Possehl-Stiftung von 300.000
DM, sein inzwischen elftes Pflegeheim in Schleswig-Holstein. Dieses
verfügt über 102 Betten in 30 Einbettzimmern und 21 Zweibettzimmern.
Damit stellt das DRK nun etwa 1.000 Heimplätze im
Land. Zunächst wird das Haus als Altenheim betrieben. Später werden
spezielle Pflegezimmer eingerichtet, um der steigenden Nachfrage
Pflegebedürftiger gerecht zu werden.
Nachdem der DRK-Landesverband Schleswig-Holstein das Altenund
Pflegeheim vom DRK-Kreisverband Lübeck im Jahre 2008
übernommen hat, wird die gesamte Einrichtung, ihre Führung, das
Qualitätsmanagement sowie das Konzept, neu aufgestellt.
Im Mai 2012 beginnen die Arbeiten zu einem Neubau neben dem
bestehenden Pflegeheim und parallel zu dessen unvermindert weitergelebten
Heimalltags. Der DRK-Landesverband investiert knapp
sieben Millionen Euro, die Deutsche Fernsehlotterie unterstützt
mit weiteren 400.000 Euro. Mit weitere Spenden der Umweltlotterie
„Bingo!“ sowie der Fielmann AG fließen in die Gestaltung der
umgebenden Parkanlage inklusive einem Demenzgarten. Das neu
entstandene „DRK-Senioren- und Pflegezentrum im Park“ wird im
September 2014 eingeweiht und gilt als das modernste Alten- und
Pflegeheim in der Stadt der sieben Türme. Es verfügt über 70 Pflegeplätze,
davon 54 in Einzel- und 16 in acht Doppelzimmern.

Die 2010er und 2020er Jahre

Wohnpark Flensburg-Mürwik

Ein unabhängiges und selbstbestimmtes Leben im Alter verspricht die Betreute Wohnanlage "Marie Alix Herzogin zu Schleswig-Holstein", die der DRK-Landesverband am 15. Oktober 2014 in Flensburg-Mürwik eröffnet. In den 72 barrierefreien Wohneinheiten leben Senior*innen ab 60 Jahren sowie Menschen mit Behinderungen autark in ihren eigenen vier Wänden. Mit einer Anlauf- und Beratungsstelle vor Ort erfahren die Bewohner*innen bei Bedarf Unterstützung und können so etwa kleinere Hilfestellungen im Alltag in Anspruch nehmen. Zentrale Gruppenräume und gemeinsame Aktivitäten schaffen zudem eine Atmosphäre der Gemeinschaft. Namensgeberin der Wohnanlage ist Marie Alix Herzogin zu Schleswig-Holstein (* 02.04.1923 † 01.11.2021), Ehrenpräsidiumsmitglied
und seit 1948 im DRK aktiv. Die 91-Jährige höchstselbst weiht das Gebäude 2014 ein.
 

Kleiderbasar in der Malenter Geflüchtetenunterkunft

Hilfe für Geflüchtete

Das Jahr 2015 ist das Jahr der massiven Fluchtbewegungen weltweit. Die Ursachen liegen vor allem in den globalen, nicht endenden Konflikten. Neben den diktatur- und bürgerkriegsgebeutelten Staaten wie Sudan, Eritrea oder Somalia erlebt der seit 2011 tobende Bürgerkrieg in Syrien in diesem Jahr durch russische Luftanschläge und den Islamischen Staat eine neue Eskalationsstufe. Auch in Irak und Afghanistan sorgt unter anderem der Terrorismus für erhebliche gesellschaftliche wie politische Instabilität und vertreibt die Menschen auf diese Weise aus ihrer Heimat. Da auch die Nachbarländer diese Massen an Schutzsuchenden nicht angemessen versorgen können, bildet Europa mit der Aussicht auf Sicherheit, Bildung und Arbeit einen Hoffnungsschimmer für die Flüchtenden.
Durch Grenzöffnungen in Osteuropa sowie professionelle Schlepperbanden, die wie aus dem Nichts entstehen und aus der Not ein lukratives Geschäft machen, entsteht ein regelrechter „Korridor“ nach Mitteleuropa über die Balkanroute und das Mittelmeer. 35.000 Asylsuchende nimmt Schleswig-Holstein 2015 auf. 

Das DRK betreut elf der insgesamt zwölf Erstaufnahmeeinrichtungen des Landes. Zunächst ist die seit Jahrzehnten durch das DRK betreute Flüchtlingserstaufnahmeeinrichtung in Neumünster die einzige
des Landes. Schlag auf Schlag folgen die neu geschaffenen Erstaufnahmen in Boostedt, Seeth, Malente, Rendsburg, Albersdorf, Kiel, Puttlos, Lübeck, Bad Segeberg und Kellinghusen. Nur dank des Einsatzes zahlreicher Helferinnen und Helfer des DRK ist es möglich, diese dringend benötigten Einrichtungen in Rekordgeschwindigkeit aufzubauen, einzurichten und bewohnbar zu machen.
Außerdem ruft der DRK-Landesverband kurzerhand die Plattform TeamSH ins Leben, auf der Einsatzstellen in der Flüchtlingshilfe an freiwillige Helfer*innen vermittelt werden. Doch nicht allein die Unterbringung ist in DRK-Hand. Auch die ersten Integrationsschritte der Geflüchteten innerhalb der Einrichtungen sowie der aufnehmenden Kommunen begleitet das DRK. Diesen ehren- und hauptamtlichen Kräften in den DRK-Ortsvereinen und -Kreisverbänden in ganz Schleswig-Holstein stehen rund um die Uhr Ansprechpartner*innen im DRK-Landesverband unterstützend zur Seite.
 

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