Auf seinem Frühlingsempfang hat das Jugendrotkreuz (JRK) des DRK-Landesverbandes Schleswig-Holstein am Freitagabend mit zahlreichen prominenten Gästen und Mitgliedern darüber diskutiert, wie man mehr junge Menschen und insbesondere junge Frauen darin bestärken kann, Leitungsrollen zu übernehmen.
JRK-Landesleiter Bjarne Kühl: „Wenn wir über das DRK hinaus in die Gesellschaft blicken, fällt schnell auf, dass junge Menschen in Leitungspositionen unterrepräsentiert sind. Als Jugendverband setzen wir uns für die Interessen und die Teilhabe junger Menschen auf allen Ebenen ein und tragen damit natürlich auch eine gesamtgesellschaftliche Verantwortung. Wir möchten mit gutem Beispiel vorangehen und junge Menschen auch für Leitungsrollen empowern!“
Passend dazu konnte das JRK prominente Speakerinnen mit Führungserfahrung begrüßen – darunter die Vizepräsidentin des DRK-Bundesverbandes Ulrike Würth, die Vorstandssprecherin des DRK-Landesverbandes Schleswig-Holstein Nadine Lenschau, die Ministerin für Landwirtschaft, ländliche Räume, Europa und Verbraucherschutz des Landes Schleswig-Holstein Cornelia Schmachtenberg sowie die jugendpolitischen Sprecherinnen Beate Nielsen (CDU) und Nelly Waldeck (Grüne) aus dem Landtag.
In ihrem Impulsvortrag betonte Schmachtenberg: "Gerade im ländlichen Raum ist ehrenamtliches Engagement das Rückgrat unseres gesellschaftlichen Zusammenhalts und ein wichtiger Pfeiler unserer Demokratie. Besonders beeindruckt mich, mit wie viel Engagement und Kompetenz junge Frauen heute Verantwortung übernehmen und Führungsrollen ausfüllen. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass dieser Weg nicht immer einfach ist – deshalb ist es mir ein persönliches Anliegen, Hürden abzubauen und Frauen gezielt zu stärken. Für mich ist klar: Dieses Engagement verdient nicht nur Anerkennung, sondern vor allem verlässliche politische Rahmenbedingungen und konkrete Unterstützung.“
Im Mittelunkt des Abends stand eine Fishbowl-Diskussion rund um das Thema „Frauen und junges Engagement in Leitungspositionen – Chancen, Hürden, Perspektiven“ mit großer Beteiligung aus dem ca. 60-köpfigen Teilnehmendenkreis.
Der Abend habe gezeigt, so Bjarne Kühl: „Engagement darf kein dekoratives Element sein, sondern muss Einfluss haben. Wenn wir es ernst meinen mit Zukunft und Gleichberechtigung, dann müssen wir bereit sein, Räume zur Teilhabe und Partizipation zu öffnen, Verantwortung zu teilen, zu ermöglichen und auch unbequeme Stimmen auszuhalten. Die gute Nachricht: Die nächste Generation wartet nicht mehr darauf, eingeladen zu werden – sie verschafft sich Gehör und will Gesellschaft mitgestalten. Und das ist keine Bedrohung, sondern unsere größte Chance.“
Auch die Vorstandssprecherin des DRK-Landesverbandes Schleswig-Holstein, Nadine Lenschau, zeigte sich sehr zufrieden mit der Veranstaltung: „Dieser Abend zeigt einmal mehr, warum unser Jugendverband in den vergangenen Jahren gewachsen ist: Es ist einfach inspirierend, wie leidenschaftlich sich die Jugendrotkreuzler*innen für Teilhabe und Chancengleichheit einsetzen.“
„Aus meiner eigenen Erfahrung liegt mir das JRK ganz besonders am Herzen“, sagte DRK-Vizepräsidentin Ulrike Würth. „Im JRK konnte ich schon damals als junge Frau auf Kreisebene meine Stärken einbringen und mich in Führungsrollen weiterentwickeln.“ Würth war viele Jahre in verschiedensten Ebenen im Jugendrotkreuz tätig, so etwa ab 1995 als JRK-Landesleiterin in Baden-Württemberg und von 2001 bis 2004 als Bundesleiterin des JRK.


