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„Hauptsache heftige Herzdruckmassage“

Rund 60 Erste-Hilfe-Ausbilderinnen und Ausbilder vom Deutschen Roten Kreuz nahmen am 12. September 2026 im Neumünsteraner DRK-Ehrenamtszentrum am ersten Erste-Hilfe-Symposium teil, veranstaltet von der DRK-Rettungsdienstschule und dem DRK-Landesverband. In zahlreichen Vorträgen und interaktiven Formaten ging es darum, Kenntnisse zu vertiefen, aktuelle Erfahrungen aus der Praxis und neueste Studienergebnisse zu erfahren. 

„Sie sind heute hier, weil Sie die Resilienz und Krisenkompetenz in unserer Gesellschaft weiter stärken wollen. Und ich danke Ihnen herzlich für Ihr Engagement“, sagt Nadine Lenschau, Vorstandssprecherin des DRK-Landesverbands Schleswig-Holstein in ihrem Grußwort. Zahlreiche Fälle aus der Ausbildenden-Praxis hatte im Anschluss von der Verwaltungs-Berufsgenossenschaft mit nach Neumünster gebracht, bevor Inan Harder von der Integrierten Regionalleitstelle Mitte tiefe Einblicke in das Konzept und den Alltag des Notrufabfrageprozess gab. 

Prominentester Redner war Bernd Böttiger, Bundesarzt des DRK und einer der führenden Köpfe der deutschen und europäischen Notfallmedizin. Er war 2025 federführend an der Novellierung der internationalen Reanimationsleitlinien beteiligt. Mit profundem Wissen führte er die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Symposiums entlang der Reanimations-Kette.

„Wenn das Herz nicht mehr schlägt, stirbt das Gehirn nach drei bis fünf Minuten. Im Schnitt ist der Rettungsdienst allerdings erst nach neun Minuten vor Ort. Das heißt, bei einem Herzstillstand kommt er praktisch immer zu spät. Daher sollten Laien unbedingt wissen, was zu tun ist,“ appellierte der renommierte Notfallmediziner. 

Das Wichtigste bei einem Notfall sei der Dreischritt „Prüfen. Rufen. Drücken“. Die Person im Notfall laut ansprechen und vorsichtig an den Schultern rütteln. Wenn keine Reaktion erfolge, dann sofort der Notruf 112 wählen. Das Telefon auf Lautsprecher schalten, um Anweisungen der Leitstelle zu erhalten. Dann die Atmung überprüfen – gegebenenfalls zusammen mit der Leitstelle. Keine normale Atmung oder eine Schnappatmung bedeuten Lebensgefahr und dann folge der dritte Schritt, das Drücken: die Herzdruckmassage. Bei Erwachsenen fünf bis sechs Zentimeter tief drücken, entlasten, drücken, entlasten. Und das etwa 100- bis 120-Mal pro Minute. Für den richtigen Rhythmus an einen Song denken wie „Staying alive“ von den Bee Gees, „Highway to hell“ von AC/DC oder „Atemlos“ von Helene Fischer. Eine Mund-zu-Mund-Beatmung sei nach den aktuellen medizinischen Leitlinien bei Erwachsenen nicht notwendig, könne aber durchgeführt werden. Lebenswichtig: das Drücken nicht unterbrechen bis der Rettungsdienst eintrifft oder die Person wieder ganz sicher und ununterbrochen normal atmet. 

Jeden Tag stürben in Deutschland deutlich über 200 Menschen am plötzlichen Herztod. Und meist passiere das zu Hause. Das müsse nicht sein. Sehr viele davon könnten gut überleben – laut dem Deutschen Rat für Wiederbelebung jedes Jahr zusätzlich rund 10.000 Menschen. Daher sollte jeder Mensch wissen, wie man mit zwei Händen ein Leben retten kann. „Wir vom Deutschen Rat für Wiederbelebung und auch vom DRK und Jugendrotkreuz kämpfen seit Langem für Wiederbelebungskurse in unseren Schulen jetzt auch für ein Unterrichtsfach Gesundheit und Resilienz. Spätestens ab der siebten Klasse muss in mindestens zwei Schulstunden pro Jahr das Wiederbeleben geübt werden. Gesundheit und Resilienz empfehlen wir mit zwei Stunden pro Monat. Feste Bestandteile sollten hier dann auch Themen wie das Verhalten bei Mobbing, bei Stromausfällen oder Hochwasser sein“, erklärte Böttiger. 

Im Folgenden referierte Michael Denninghoff, Ausbilder in der DRK-Rettungsdienstschule Schleswig-Holstein, zunächst zu den neuen ERC-Leitlinien im Rettungsdienst und demonstrierte danach in Zusammenarbeit mit Mitarbeitenden des Rettungsdienstes aus dem Kreisverband Schleswig-Flensburg deren praktische Umsetzungen. 

Nach der Mittagspause, die von vielen zum Netzwerken genutzt wurde, gab Dr. Peter Rosenthal, leitender Oberarzt im Friedrich-Ebert-Krankenhaus in Neumünster, anschauliche Einblicke in den Alltag des Cardiac Arrest Center des Krankenhauses. So bekamen die Ausbildenden einen guten Ein druck, wie Patientinnen und Patienten nach einem plötzlichen Herz-Kreislauf-Stillstand auf einer spezialisierten Station rund um die Uhr optimal versorgt werden. Den Schlusspunkt der gelungenen Premiere des Erste-Hilfe-Symposiums setzte Anita Drost, Geschäftsbereichsleiterin vom DRK-Service aus Berlin, mit Ausführungen zu hilfreichen Produkten und Services für die Praxis der Ausbildenden. 

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