Pflegende Angehörige

Sie sind die größte Gruppe der Pflegepersonen in Deutschland und somit die wichtigsten Leistungsträger/innen in der Pflege!

Lt. Angaben des Statistischen Bundesamtes, Pflegestatistik 2009, wurden von den insgesamt 2,34 Millionen Pflegebedürftigen mit einer Pflegestufe 1,07 Millionen ausschließlich von Angehörigen versorgt; 0,555 Millionen von Angehörigen mit Hilfe eines ambulanten Pflegedienstes. Hinzu kommen noch ca. 3 Millionen Hilfebedürftige ohne Pflegestufe, die von Angehörigen zu Hause versorgt werden.

D. h. insgesamt wurden im Jahre 2009 ca. 4 625 000 pflegebedürftige Menschen in Deutschland zu Hause von ihren Angehörigen gepflegt und versorgt. (Quelle: Vortrag Dr. Hanneli Döhner 29.11.2011 Kassel)

Für die meisten pflegenden Angehörigen ist die Übernahme von Pflege und Hilfeleistungen selbstverständlich. Manchmal ist die Übernahme der Pflege ein plötzliches Ereignis und muss schnell entschieden werden, z. B. nach einem Krankenhausaufenthalt; manchmal ist es ein schleichender Prozess, der oft mit hauswirtschaftlichen Hilfen oder größeren Einkäufen beginnt und kontinuierlich zunimmt.

Die Übernahme der Pflege und/oder Betreuung eines Menschen bringt viele Veränderungen für das eigene Leben mit sich. Dies sind zum einen die teilweise sehr hohen körperlichen und emotionalen Belastungen, der organisatorischer Aufwand, die finanzielle Belastung und der erhebliche und teilweise undurchsichtige, bürokratische Aufwand.

Die Pflegeversicherung (= das Sozialgesetzbuch XI) bietet pflegenden Angehörigen nur wenig Unterstützung bei der Bewältigung Ihrer Aufgaben an, es ist jedoch empfehlenswert, diese zu nutzen, schon allein, weil man dann nicht mehr „so alleine mit der ganzen Verantwortung“ da steht.

Weitere wichtige Adressen bzw. Informationen für pflegende Angehörige:

Das Pflegenottelefon: 01802 / 49 48 47
(in Schleswig Holstein zum Regionaltarif)
http://www.pflege-nottelefon.de/

Pflegestützpunkte in Schleswig Holstein:
Inzwischen gibt es in Schleswig Holstein 12 Pflegestützpunkte, die kostenfrei, unabhängig und umfassend Auskunft zu den Rechten nach dem Sozialgesetzbuch, zu Sozialleistungen und sonstigen Hilfeangeboten geben. Die Mitarbeiter/innen der Pflegestützpunkte unterstützen Sie dabei Anträge z. B. bei der Pflegekasse zu stellen, bei der Organisation und Koordination von wohnortnahen Versorgungs- und Betreuungsangeboten u. v. m..
Hier können Sie den für Sie in Betracht kommenden Pflegestützpunkt finden:
http://www.schleswig-holstein.de/MASG/DE/AeltereMenschen/
PflegeBegleitung/InformationBeratung/informationBeratung_
node.html#doc133850bodyText3

Der Verein „wir pflegen“ ist die Interessensvertretung pflegender und begleitender Angehöriger und Freunde in Deutschland e. V.
http://www.wir-pflegen.net

Zeitschrift „Angehörige pflegen“ ist eine fachlich sehr gut aufbereitete Zeitschrift, die sich um Themen und Belange von Pflegenden Angehörigen kümmert. Der Bezug der Zeitschrift ist kostenfrei.
Fragen Sie dafür bitte bei den örtlichen Barmer GEK Geschäftsstellen oder der Landesunfallkasse NRW oder dem örtlichen Sanitätsfachhaus nach.

Barmer GEK