Die internationale Begegnung setzt neue Akzente

Die internationale Begegnung 2012 zwischen dem Jugendrotkreuz Schleswig-Holstein und Jugendlichen aus dem Estnischen Roten Kreuz (IB) ist die fünfte seit dem Jahr 2008. Zweimal, 2009 und 2011, waren Mitglieder des Jugendrotkreuzes Schleswig-Holstein Gäste des Estnischen Roten Kreuzes, zum dritten Mal nach 2008 und 2010 sind die Esten in diesem Jahr unsere Gäste. Inzwischen haben die Begegnungen eine vertragliche Grundlage. Am 7. Mai 2011 unterzeichneten die Präsidenten des Estnischen Roten Kreuzes und des DRK Landesverbandes Schleswig-Holstein, Urmo Kööbi und Henning Kramer, einen Partnerschaftsvertrag. Danach soll die Partnerschaft auch in gegenseitigen Besuchen von Gruppen des Jugendrotkreuzes gepflegt werden.

Mit dem Jahr 2012 nimmt die IB einen anderen Verlauf. In den Begegnungen seit 2008 bestimmten Natur, Kultur und Rotes Kreuz gleichermaßen die Inhalte der Programme sowohl in Estland als auch in Schleswig-Holstein. Hier die nordfriesische Küste, dort der Westen Estlands mit der Insel Saarema. Hier die Kirchen, dort die Kathedralen und Schlösser. Hier die Heime, Einrichtungen und Dienste des Landesverbandes, dort die Strukturen und Ausbildungen im Estnischen Roten Kreuz - immer und oft ergänzt und durchsetzt mit Kennenlernen, Wettbewerben und Party, so ganz nach dem Geschmack der jungen Leute.

Ab 2012 wird immer ein soziales Projekt im Mittelpunkt der IB stehen. Junge Menschen aus Estland und Schleswig-Holstein helfen benachteiligten bzw. kranken Menschen, indem sie deren individuelle Lebensbedingungen verbessern. In diesem Jahr helfen sie mit beim Aufbau eines „Gartens der Sinne“ im DRK Seniorenhaus Louise von Schrader. Dort wohnen derzeit 92 alte Menschen. Weit mehr als die Hälfte von ihnen sind an Demenz erkrankt. Es gibt einen Garten, der ein neues Gesicht bekommen wird. Menschen im Heim, Verwandte, Bekannte, Freunde, nicht zuletzt das Personal sollen vom Frühjahr bis zum Herbst den Lauf des Jahres miterleben. Sie sollen auf sicheren Rundwegen sich bewegend vorbei an Hochbeeten mit Pflanzen, die man auch vom Rollstuhl aus der Nähe ansehen, riechen, ertasten und schmecken kann, vorbei an Bänken, auf denen man sich im Schatten ausruhen kann, unter freiem Himmel Zeit miteinander verbringen können.

An vier Vor- und vier Nachmittagen werden um die 40 junge Menschen gemeinsam an einem solchen Garten der Sinne arbeiten. Und sie werden sich die Zeit nehmen, die Menschen dort kennenzulernen.

Und noch etwas ist anders als in den Jahren zuvor. Esten wie Schleswig-Holsteiner wohnen diesmal nicht in Schulen, Jugendherbergen oder Gasthäusern. Sie campen in einem Zeltlager, das von ihnen selbst organisiert und bewirtschaftet wird. Die Zelte werden gemeinsam auf- und zum Ende der IB wieder abgebaut. Das Frühstück und das Abendbrot werden selbst gemacht – unter der Leitung von Leuten, die dafür ausgebildet sind. Das alles geschieht in Einhaus bei Ratzeburg.

Geblieben ist ein Freizeitprogramm nach dem Geschmack von Teenagern, diesmal konzentriert auf die Region Lauenburg und Stormarn.

Am Samstag, dem 30. Juni, nehmen wir unsere 20 Gäste aus Estland auf dem Flughafen Hamburg in Empfang. Am Montag, dem 9. Juli, verabschieden wir uns dort von ihnen. Dazwischen liegen acht Tage, deren Programm wir zwar kennen, auf deren Verlauf wir aber gespannt sind. Es ist eben vieles anders als zuvor.