Die Ursprünge des Suchdienstes
liegen in Flensburg

Ehrenamtliches Engagement  im Kreisauskunftsbüro (KAB)

Geübt wird gern bei friedlichen Großveranstaltungen wie dem Wacken Open Air-Festival (jährlich ca. 70.000 Besucher). Wer dort ins Sanitätszelt muss, wird registriert. Und wer wissen will, wo der Kumpel mit dem verstauchten Bein geblieben ist, fragt bei den KAB-Leuten vom DRK nach.

Hält das DRK in Schleswig Holstein tatsächlich eine Personenauskunftsstelle nur für ein Heavy Metall Festival vor? Natürlich nicht!

Die Sache hat einen sehr ernsten Hintergrund, der eng mit dem modernen Humanitären Völkerrecht verknüpft ist. Das dritte und vierte Genfer Abkommen  verlangen von Staaten, die sich im Krieg befinden, die Einrichtung eines Amtlichen Auskunftsbüros (AAB).

Damit ist in der Bundesrepublik Deutschland das Deutsche Rote Kreuz beauftragt. Das AAB mit Sitz im DRK-Generalsekretariat in Berlin erfüllt seine Aufgabe in enger Zusammenarbeit mit den Landesauskunftsbüros (LAB), die wiederum auf die Arbeit der Kreisauskunftsbüros (KAB) angewiesen sind.

Das Rote Kreuz nutzt diese Strukturen auch im Großschadens- und Katastrophenfall.

Und geübt wird bei Großveranstaltungen, etwa einem Marathonlauf oder eben einem Musikfestival. Die Veranstalter sind dankbar dafür, dass die ehrenamtlichen DRK-Spezialisten eine Personenauskunftsstelle einrichten und Teilnehmer und Verletzte registrieren. Die Daten werden gebraucht und stellen sicher, dass niemand verloren geht.

Für die Kreisauskunftsbüros in Schleswig-Holstein bildet der Landesverband ehrenamtliche Spezialisten aus. Die Kurse dafür bietet die Landesbereitschaftsleitung an. Wer sich im DRK ehrenamtlich engagieren möchte, hat dazu viele Möglichkeiten. Darunter auch die, sich zur KAB-Helferin  oder zum KAB–Helfer ausbilden zu lassen.

In Schleswig-Holstein unterhält der DRK-Landesverband ein Landesauskunftsbüro. Bei jedem der 15 Kreisverbände ist ein Kreisauskunftsbüro angesiedelt, das im Einsatzfall mit ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern besetzt wird.

Die Kreisauskunftsbüros registrieren Helfer, Verletzte, Vermisste und im Krieg auch Kriegsgefangene und Zivilpersonen ausländischer Herkunft. Suchanträge werden entgegengenommen und bearbeitet.

Das alles funktioniert nach einem ausgeklügelten Suchkarten-System, das sich millionenfach bewährt hat. Es wurde 1945 in Flensburg erfunden. Die zentrale Namensdatei mit deren Hilfe der DRK-Suchdienst Millionen von Schicksalen Vermisster des zweiten Weltkriegs klären und Millionen Familien wieder zusammenbringen konnte,  umfasst inzwischen ca. 50.000.000 Karten.

Heute erfolgen Datenerfassung und –verarbeitung zusätzlich auch per EDV. Aber es muss immer auch ohne Strom gehen, denn der kann gerade in Krisensituationen leicht ausfallen.