Virusgrippe - jetzt impfen

06.01.2014

"Jetzt ist es höchste Zeit, an die Grippeschutzimpfung zu denken" sagt DRK-Landesarzt Dr. Jens Dowideit , zugleich Chefarzt des DRK-Krankenhauses Middelburg.

Der Internist und Spezialist für Geriatrie (Altersmedizin) rät vor allem Senioren und chronisch Kranken , denen die Virusgrippe sehr gefährlich werden kann , sich impfen zu lassen. Die Grippe ist eine schwere, durch das ansteckende Influenzavirus ausgelöste, Erkrankung besonders der Atemwege, die nicht mit einer normalen Erkältung verglichen werden kann.

Auch medizinisches Personal sollte nicht nur sich selbst, sondern auch die Patienten schützen und sich impfen lassen.

Auf wichtige Fragen rund um das Thema Grippeschutzimpfung antwortet  Dr. Jens Dowideit:

Frage: Schützt die Impfung sicher oder kann sie eine Erkrankung auslösen ?

Antwort: Der Impfstoff enthält keine infektiösen Partikel mehr und kann keine Grippe auslösen. Durch die Impfung wird eine Virusgrippe unwahrscheinlich. Tritt sie selten einmal trotz Impfung auf, verläuft sie milder.

Frage : Wer sollte sich auf jeden Fall impfen lassen?

Antwort: Über 60- jährige und an chronischen Erkrankungen wie Herz-oder Lungenerkrankungen sowie an Diabetes Leidenden ist eine Impfung dringlich zu empfehlen. Medizinisches Personal in Krankenhäusern, Arztpraxen und Pflegeeinrichtungen sowie Sanitäter tragen eine große Verantwortung und sollten sich und ihre Patienten durch eine Impfung schützen.

Frage : Wann sollte ich mich impfen lassen?

Antwort: Die Impfung sollte möglichst im Herbst erfolgen, damit der Schutz rechtzeitig vor der Grippesaison aufgebaut wird. Diese kommt meistens erst Anfang des Jahres. Deshalb ist auch dann eine Impfung möglich und sinnvoll.

Frage : Manche Menschen haben Zweifel an der Verträglichkeit und haben bisher die Impfung gescheut. Ist diese Angst berechtigt?

Antwort: Vorweg gesagt, sind die aktuellen Impfstoffe gut verträglich und können keine Influenza auslösen. Infolge der gewünschten Auseinandersetzung des Organismus mit dem Impfstoff kann es vorübergehend zu leichten Schmerzen, Rötung und Schwellung an der Impfstelle kommen, was harmlos ist. Gelegentlich auftretende Symptome wie bei einer Erkältung (Fieber, Frösteln oder Schwitzen, Müdigkeit, Kopf-, Muskel- oder Gliederschmerzen) klingen in den allermeisten Fällen innerhalb von 1-2 Tagen folgenlos wieder ab. Es gibt auch keine Hinweise, dass eine Impfung während eines unbemerkten oder leichten Infekts sich nachteilig auswirken kann. Deshalb kann auch in diesen Situationen, die gerade im Winter häufig sind, geimpft werden. Offene Fragen sollten Sie mit dem impfenden Arzt, der Sie vor einer Impfung stets genau zu Ihrem Befinden und Gesundheitszustand befragt und gegebenfalls untersucht, besprechen.

Frage: Warum ist es wichtig , dass sich möglichst viele Menschen impfen lassen?

Antwort: Ganz einfach gesagt, steigt so die Zahl der vor schwerer Virusgrippe geschützten Personen . Während der jährlichen Grippewellen infizieren sich schätzungsweise 5-20% der Bevölkerung. Eine Influenzawelle verursacht in Deutschland jährlich zwischen 1 und 5 Millionen Arztbesuche und erfordert etwa 5.000 bis 20.000 Krankenhausaufenthalte. Derzeit liegt die Zahl geimpfter Personen bei den über 60 jährigen bei etwa 47% .Die Ausbreitung der Erkrankung und die Zahl der Kranken kann umso besser gesenkt werden, je mehr Personen durch Impfung geschützt sind. Zielvorgaben der Europäischen Union sehen deshalb eine Impfquote von mindestens 75 % bei älteren Personen und Personen mit chronischen Grundkrankheiten als unbedingt erstrebenswert an.

Wir haben es selbst in der Hand, dieses Ziel zu erreichen.

« zurück zu: Startseite

DRK-Landesarzt Dr. Jens Dowideit, gleichzeitig Chefarzt des DRK-Krankenhauses Middelburg, rät zur Grippeimpfung.

DRK-Landesarzt Dr. Jens Dowideit, gleichzeitig Chefarzt des DRK-Krankenhauses Middelburg, rät zur Grippeimpfung.