Informationen zur Berufsausbildung
zum Rettungsassistenten

Üblicherweise ist eine Berufsausbildung zum Rettungsassistenten für den Auszubildenden mit hohen Kosten verbunden. Lebensunterhalt, Schulgeld, Arbeitskleidung, all das muss in der Regel selbst finanziert werden. Hinzu kommt, dass Praktikumsplätze selbst gesucht werden müssen und eine kontinuierliche Betreuung in der gesamten Ausbildung nur selten zu finden ist.

Ein anderer Weg wird mit dem dreijährigen Ausbildungsmodell zum Rettungsassistenten des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) in Schleswig-Holstein beschritten. Dieses Modellprojekt wird bereits seit 2000 vom DRK gemeinsam mit anderen Rettungsdienstbetreibern aus der Region durchgeführt. Die Qualifizierung zur Rettungsassistentin oder zum Rettungsassistenten erfolgt hier in einer dreijährigen Berufsausbildung. Die Auszubildenden sind für diesen Zeitraum fest angestellt und erhalten eine Ausbildungsvergütung entsprechend den jeweils geltenden Tarifbestimmungen. Die Schulgebühren werden vom Arbeitgeber übernommen, dieser organisiert ebenfalls die benötigten Praktika. Außerdem werden über die Ausbildung zum Rettungsassistenten hinaus Zusatzqualifikationen vermittelt. Dieses sind zum Beispiel die Erweiterung des Führerscheins von Klasse B auf C1 sowie ein Praktikum in einer Rettungsleitstelle. Hinzu kommen ergänzende Praxistrainingstage und ausbildungsbegleitende, innerbetriebliche Fortbildungen. Selbstverständlich erhalten die Auszubildenden von ihren Arbeitgebern neben der Ausbildungsvergütung auch die notwendige Arbeitsbekleidung und haben Anspruch auf Erholungsurlaub.

Erster Ausbildungsabschnitt ist die Qualifikation zum Rettungssanitäter. Nach einer gründlichen Einarbeitung nehmen die Auszubildenden am alltäglichen Einsatzdienst des Ausbildungsbetriebs teil. Anschließend wechseln sich im weiteren Verlauf die praktische Tätigkeit im Betrieb und die schulische Ausbildung ab. Die Betreuung erfolgt während der Ausbildung durchgängig durch qualifizierte Lehrrettungsassistenten, sie führen unter anderem in regelmäßigen Abständen Zwischengespräche durch. Der schulische Teil der Rettungsassistentenausbildung findet an der DRK-Rettungsdienstschule in Lübeck statt.

Rettungsassistentinnen und Rettungsassistenten befördern hilfsbedürftige Personen unter fachgerechter Betreuung. Bei medizinischen Notfällen ergreifen sie in Zusammenarbeit mit dem Notarzt Rettungsmaßnahmen und überwachen und erhalten die wichtigsten Körperfunktionen. Zur Arbeit gehören auch körperliche Tätigkeiten wie das Tragen des Patienten über enge Wege und Treppen sowie der Umgang mit technischem Gerät. Arbeitsplätze sind dabei verschiedene Einsatzfahrzeuge und die Rettungswache, aber auch die Wohnung oder der Arbeitsplatz eines Patienten sowie wechselnde Orte im Freien. Nach einem Einsatz werden Fahrzeug und Ausrüstung wieder überprüft und vervollständigt, gesäubert und desinfiziert sowie die Dokumentation erstellt. Die Tätigkeit im Rettungsdienst verlangt eine gewisse körperliche Fitness, Geschicklichkeit, Sorgfalt, Einfühlungsvermögen und psychische Belastbarkeit. Zusammengearbeitet wird mit vielen verschiedenen Einrichtungen und Institutionen, zum Beispiel Feuerwehr und Polizei oder Ärzten und Pflegepersonal von Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen.

Seit 1975 bietet das Deutsche Rote Kreuz in Schleswig-Holstein eine qualifizierte Aus- und Fortbildung für das Fachpersonal im Rettungsdienst an. In medizinischen Notsituationen die richtige Entscheidung treffen. Kranke oder verletzte Menschen fachgerecht und einfühlsam betreuen und sicher befördern. In ständig wechselnder Umgebung immer neue Herausforderungen bewältigen. Das sind typische Aufgaben im Rettungsdienst. Aufgaben, die eine qualifizierte Aus- und Fortbildung verlangen. Das DRK betreibt die älteste Schule für den Rettungsdienst in Schleswig-Holstein und verfügt damit über viel Erfahrung. Seit 2004 wird die Aus- und Fortbildung für den Rettungsdienst durch die DRK-Rettungsdienstschule Schleswig-Holstein gemeinnützige GmbH durchgeführt. Die folgenden Angebote finden Sie dort:

  • Berufsausbildung zur Rettungsassistentin / zum Rettungsassistenten, auch verkürzt für Rettungssanitäter und Krankenpflegepersonal
  • Ausbildung zur Rettungssanitäterin / zum Rettungssanitäter, speziell für Ehrenamtliche auch als Wochenendlehrgang
  • Fortbildungen für den Rettungsdienst, zum Beispiel Lehrrettungsassistent, Desinfektor oder Medizinproduktegesetz 
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